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Pressemeldungen November 2006 |
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09.11.06
Keine Tierqual zu St. Martin Verbraucherinnen und Verbraucher, die in diesen Tagen nicht auf den traditionellen Gänsebraten verzichten wollen, sollten bei der Wahl des Fleisches darauf achten, keine Gänse aus grausamer Massentierhaltung zu kaufen. Viele der Wasservögel werden unter tierquälerischen Bedingungen gehalten. Nicht nur beim Festessen kann praktischer Tierschutz betrieben werden. Auch beim traditionellen Martinsfeuer sollten die Verantwortlichen bedenken, dass sich Wildtiere in dem aufgeschichteten Reisig oder Holz versteckt haben könnten und Gefahr laufen, in den Flammen qualvoll umzukommen.
Wer sicher gehen möchte, dass für sein Festtagsmenü kein Tier leiden musste, sollte am Besten Vegetarisches servieren. Bei vielen Familien steht jedoch nicht erst zu Weihnachten, sondern schon zu St. Martin die traditionelle Gans auf dem Festtagsspeiseplan. Dass 80 Prozent der in Deutschland verkauften Gänse aus dem Ausland stammen und dort größtenteils in industrieller Intensivhaltung leben mussten, ist kaum bekannt. Für die Tiere bedeutet das in engen Ställen, Einzel- oder Gruppenkäfigen eingepfercht zu sein. Um schnellstmöglich ihr Schlachtgewicht zu erreichen werden die Tiere mit Kraftfutter gemästet. Viele Gänse werden gar gestopft, d. h. ihnen wird täglich eine riesige Menge Futterbrei über einen Schlauch direkt in den Magen gepumpt.
Um die grausame Behandlung zu verschleiern werden die Tiere mit irreführenden Bezeichnungen zum Kauf angeboten. Kennzeichnungen wie „aus bäuerlicher Freilandhaltung“ zusammen mit dem schnell überlesenen Zusatz „aus Fettleberproduktion“ oder „vom Bauernhof“ oder „Landkorngans“ suggerieren artgerechte Haltung. „Wir fordern daher nicht nur ein Ende der tierquälerischen Haltungsbedingungen und verbindliche Gesetze für die Zucht und Haltung von Gänsen, sondern auch ein Verbot von irreführenden Bezeichnungen“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Nur die Kennzeichnungen „Auslaufhaltung“, „bäuerliche Auslaufhaltung“, „Biogans“ oder „Ökogans“ stehen für eine gesetzlich definierte, artgerechte Haltung der Tiere.“
Martinsfeuer werden oft unwissentlich zur Feuerhölle für Wildtiere. Hölzer und Äste, die zum Reisighaufen zusammengetragen wurden, bieten einen trockenen und warmen Unterschlupf für Igel und andere Kleintiere. An die für das traditionelle Martinsfeuer Verantwortlichen in Vereinen, Gemeinde- und Stadtverwaltungen appelliert der Deutsche Tierschutzbund deshalb, Vorsorge zu treffen. So sollte der Holzstoß oder Reisighaufen erst kurz vor der Feier zusammengetragen und aufgeschichtet werden oder unbedingt vor dem Anzünden noch einmal untersucht und vorsichtig umgeschichtet werden.
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