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Pressemeldungen November 2006 |
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09.11.06
EU-Chemikalienpolitik letztmalig im Bundestag - Tierschutzbe-kenntnis gefordert - Können sinnlose Tierversuche verhindert werden?Der Deutsche Bundestag gibt heute sein Votum zum so genannten „Gemeinsamen Standpunkt des EU-Ministerrates“ zur neuen EU-Chemikalienverordnung, REACH, ab. Aus diesem Anlass fordert die Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes die Abgeordneten auf, sich umfassend für die Belange des Tierschutzes einzusetzen: REACH darf nicht zu einem sinnlosen Massengrab für Millionen Versuchstiere werden. Die Umstellung auf tierversuchsfreie Prüfstrategien diene nicht nur dem Schutz der Tiere, sondern auch einem besseren Umwelt- und Gesundheitsschutz.
Im Europäischen Parlament sowie im Ministerrat der Europäischen Union steht die neue Chemikalienverordnung, REACH, derzeit in zweiter und letzter Lesung. Ziel der neuen EU-Chemikalienpolitik ist es, Mensch und Umwelt zukünftig besser vor giftigen Chemikalien zu schützen. Dies kann aber nur gelingen, wenn Tierversuche nicht länger zur Prüfung giftiger Wirkungen vorgeschrieben werden.
„Die Tierversuche sind grausam und unzuverlässig. Wir erwarten heute ein klares Bekenntnis der Volksvertreter zum Tier- und Verbraucherschutz“, erklärt Dr. Brigitte Rusche, Leiterin der Akademie für Tierschutz und Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes.
Auch nach dem neuesten Entwurf würde REACH offiziellen Berechnungen zufolge zum qualvollen Tod von mindestens 45 Millionen Versuchstieren führen. Längst kann in wissenschaftlich anerkannten tierversuchsfreien Prüfmethoden, wie Computermodellen und Zellkulturverfahren, viel besser ermittelt werden, ob eine Chemikalie giftig ist oder nicht, erläutern die Experten der Akademie für Tierschutz. Bislang hat sich der Ministerrat jedoch nicht für tierversuchsfreie Prüfstrategien ausgesprochen kritisieren die Tierschützer. Mit einer klaren Position des Bundestages wäre auch die Bundesregierung gestärkt, die Tierschutzaspekte im EU-Ministerrat offensiv anzusprechen.
Eine Kernforderung der Tierschützer haben die Koalitionäre bereits aufgenommen: Die Industrie soll verpflichtet werden, alle bereits verfügbaren Daten offen zu legen und gemeinsam zu nutzen. Allein dadurch würde sich die Diskussion über eine große Anzahl von Tierversuchen von vorne herein erübrigen. Konsequenterweise muss aber auch der nächste Schritt folgen: Neue Daten dürfen nur tierversuchsfrei ermittelt werden.
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