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Pressemeldungen November 2006

 
 

07.11.06

Deutscher Tierschutzbund warnt vor falscher Igelliebe

Igel, die jetzt wieder vermehrt auf Futtersuche anzutreffen sind, brauchen nur selten menschliche Hilfe. Diese wird erst dann nötig, wenn das Tier sichtbar geschwächt oder krankt ist, so der Deutsche Tierschutzbund in Bonn. Gut gemeinte Fürsorge führe oft zum Gegenteil. Das Tier werde aus seiner natürlichen Umgebung herausgerissen und könne bleibende Schäden davontragen. Tierfreunde sollten sich erst beim Tierarzt oder beim Tierschutzverein erkundigen, bevor sie einen Igel in ihre Obhut nehmen.
 
Die Temperaturen sinken, Mensch und Tier bereiten sich auf den Winter vor: Wer in diesen Tagen einem stachligen Mitgeschöpf im Garten begegnet, sei es einem erwachsenes Tier oder einem Igelsäugling, sollte es aus sicherer Entfernung beobachten und versuchen, sein natürliches Umfeld nicht zu beeinträchtigen. Grundsätzlich haben Igel im naturbelassenen Garten die besten Chancen, den Winter gut zu überstehen.
 
Nur verwaiste Igelsäuglinge, verletzte oder kranke Igel sind wirklich hilfsbedürftig. Diese erkennt man daran, dass sie tagsüber herumliegen, oft mager sind und sich apathisch verhalten. Für die bevorstehende Winterzeit gilt: Igel, die bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke, draußen herumlaufen, sind meist geschwächt oder krank.
 
Wer in solchen Notfällen helfen will, sollte sich zunächst telefonisch mit einem Tierarzt oder mit dem örtlichen Tierheim in Verbindung setzen um zu erfragen, wohin er das Tier bringen kann.
 
Auf gar keinen Fall sollte einem Igel warme Mich gegeben werden, diese gut gemeinte Zuwendung kann für das Tier tödlich sein.
 
Im Winter ist auch in den Tierheimen Igelhochsaison. In Not geratene Igel werden in den bundesweit über 500 dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen abgegeben und zur Überwinterung untergebracht. Der damit verbundene Aufwand lässt sich nur durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer und durch Spenden realisieren.
 
Eine Broschüre zum Thema „Igelschutz“ kann beim Deutschen Tierschutzbund gegen Zusendung eines mit 0,90 Euro frankierten DIN-lang Rückumschlags angefordert werden. Die Broschüre als Download und weitere Informationen zum Igelschutz gibt es auch auf der Webseite www.tierschutzbund.de und bei den örtlichen Tierheimen.

 
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