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Pressemeldungen Oktober 2006 |
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20.10.06
Bundestag beschließt Einfuhr- und Handelsverbot für Robbenprodukte – Deutscher Tierschutzbund begrüßt das VotumGestern hat der Bundestag für ein nationales Einfuhr- und Handelsverbot aller Robbenprodukte gestimmt. Der Antrag der Fraktionen CSU/CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen wurde einstimmig angenommen. Deutschland nimmt dadurch eine Vorreiterrolle in Europa ein, denn bislang ist dort nur der Import der Felle neugeborener Robben, der so genannten whitecoats (Weißmäntelchen) und bluebacks (Blaurücken) verboten. Dem Deutschen Verbot soll auch auf europäischer Ebene ein Handelsverbot für Robbenprodukte folgen. Der Deutsche Tierschutzbund kämpft schon seit Jahrzehnten gegen das grausame Robbenschlachten, das jedes Frühjahr von den Regierungen Kanadas und Norwegens bewilligt wird. Nun müsse schnellstens eine gesetzliche Umsetzung des Verbots in Deutschland erfolgen, so der Verband in Bonn.
„Wenn auch die EU dem Vorbild Deutschlands folgt und in naher Zukunft ebenfalls den Handel mit Robbenprodukten verbietet, werden die Regierungen Kanadas und Norwegens merken, dass das barbarische Robbenschlachten nicht mehr toleriert wird. Wir kämpfen jetzt mit aller Kraft für ein längst überfälliges Votum zum Schutz der Tiere auf EU-Ebene“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Über 1,5 Millionen Robben wurden in den letzten vier Jahren getötet, obwohl die Robbenbestände unter anderem durch den Klimawandel immer stärker bedroht werden. Zu den Opfern der Robbenjäger gehören vor allem Jungtiere im Alter zwischen zwei Wochen und drei Monaten.
Das Erschlagen mit Knüppeln und der Abschuss der Robben sind mit erheblichem Tierleid verbunden. Ein Teil der Tiere, die mit dem so genannten Hakapik niedergeknüppelt werden, stirbt nicht sofort, so dass die Tiere bei vollem Bewusstsein enthäutet werden. In Norwegen dürfen seit 2005 auch Touristen auf Robben schießen. Häufig werden die angeschossenen Tiere nicht mehr gefunden, das bedeutet sie fliehen ins Wasser und verenden dort an ihren Verletzungen. Fell, Fleisch und Fett der Robben werden bislang auch nach Europa importiert. Große Modedesigner wie z.B. Prada zeigen in ihren Kollektionen Kleidung aus Robbenfellen.
Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an alle Verbraucher, sich generell gegen Pelzprodukte zu entscheiden, da dadurch unendliche Tierqualen vermieden würden. Mit seiner Kampagne „Pelz tötet“ sensibilisiert der Verband die Konsumenten und stellt fest „Pelzmode bleibt Qualmode“.
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