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Pressemeldungen Oktober 2006

 
 

18.10.06


Jahrelanger Protest gegen das Robbenschlachten erfolgreich - Parteien wollen Einfuhr- und Handelsverbot beschließen

Morgen wird der Bundestag über ein nationales Einfuhr- und Handelsverbot aller Robbenprodukte entscheiden. Bislang ist in Europa ausschließlich der Import der Felle neugeborener Robben, der so genannten whitecoats (Weißmäntelchen) und bluebacks (Blaurücken) verboten. Auch in diesem Jahr haben die Regierungen von Kanada und Norwegen wieder die Jagd auf Hunderttausende Robben freigegeben. Über 1,5 Millionen Robben wurden in den letzten vier Jahren getötet, obwohl die Robbenbestände als bedroht gelten. Zu den Opfern gehören vor allem Jungtiere im Alter zwischen zwei Wochen und drei Monaten.
 
„Wenn Deutschland die Einfuhr und den Handel mit Robbenprodukten untersagt, wird dies ein weiterer Anstoß für die EU sein, ein europaweites Verbot zu schaffen. Alljährliche Robbenmassaker sind mit nichts zu rechtfertigen. Deutschland muss hier Vorreiter sein, damit ein EU-weites Verbot möglichst rasch beschlossen wird“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Das Erschlagen mit Knüppeln und der Abschuss der Tiere sind mit erheblichem Tierleid verbunden. So erhalten die Robben bei der Jagd mit einer Art Fischanlandungshaken, dem „Hakapik“, einen Schlag auf den Hinterkopf. Dabei soll der Schädelknochen brechen und das Tier bewusstlos werden. Unerfahrene Jäger brauchen dafür oft mehrere Versuche. Danach wird die Spitze des „Hakapiks“ tief ins Gehirn getrieben. Ein Teil der Tiere stirbt nicht sofort, so dass die Tiere lebend und bei Bewusstsein enthäutet werden.
 
Bereits im Juni 2006 befasste sich der Tier- und Artenschutzausschuss des Europäischen Parlamentes mit der Robbenjagd in Kanada. Der Deutsche Tierschutzbund setzte sich dafür ein, dass die Deutschen Abgeordneten an dieser wichtigen Sitzung teilnahmen. Die Aktion wurde ein Erfolg: Im September 2006 forderte das Europäische Parlament in einer schriftlichen Erklärung die EU-Kommission auf, eine Verordnung für ein Verbot von Import, Export und Verkauf von Produkten der Sattelrobben und Klappmützen vorzulegen.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Robbenjagd
Protest gegen die Robbenjagd in Kanada
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