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Pressemeldungen September 2006 |
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14.09.06Geparden-Angriff auf Kind: Grundsätzliches Haltungsverbot wäre konsequentIn Wassenberg (Landkreis Heinsberg / NRW) hat ein Gepard ein Kind angefallen. Der Gepard war aus einer privaten Tierhaltung ausgebrochen. Anders als in anderen Bundesländern gibt es in Nordrhein-Westfalen keine Verbotsvorschriften für die Haltung gefährlicher Tiere, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund. Dieser Vorfall müsse Anlass sein, nun endlich ein generelles Verbot der Haltung exotischer Tiere zu erlassen. Der Deutsche Tierschutzbund fordert dies bereits seit Jahrzehnten für exotische Tierarten in Privatbesitz und in Zirkusunternehmen.
„Rein rechtlich betrachtet könnte in vielen deutschen Vorgärten ein Gepard oder auch Löwe, Elefant oder Bär gehalten werden. Dies muss ein Ende haben, ein Verbot muss her“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, der zugleich erleichtert ist, dass das Kind den Angriff, wenn auch leider schwer verletzt, überlebt hat.
Die Haltung von exotischen Tieren ist bisher in Deutschland erlaubt. Basis der Genehmigung ist neben dem Tierschutzgesetz u.a. das „Gutachten über die Mindestanforderung für die Haltung von Säugetieren“. Darin werden für einzelne Tierarten, darunter auch Geparden, Haltungsbedingungen festgelegt. Sind diese und geringe Sicherheitsauflagen erfüllt, ist die Haltung möglich, selbst wenn es um das private Vergnügen geht. Diese Mindestanforderungen sind aus Tierschutzsicht unzumutbar und für den Menschen können solche Tierhaltungen– wie der aktuelle Fall zeigt – lebensbedrohliche Konsequenzen haben.
Auch wenn die Gepardenhaltung ein besonders spektakuläres Beispiel ist: Exoten in privater Haltung werden offenbar immer beliebter. Neben einzelnen Großtieren sind u.a. Schlangen, Echsen, Warane, Spinnen oder auch Schnappschildkröten keine Seltenheit mehr in deutschen Wohnzimmern. Doch diese Tierarten können dort nicht artgerecht gehalten werden und sind oft auch ein Sicherheitsrisiko. Die Betreuung exotischer Tiere, die oft ausgesetzt oder abgegeben werden, da die Halter rasch überfordert sind, wird in den Tierheimen, die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen sind, zu einer immer größeren Herausforderung.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert bereits seit Jahrzehnten ein Heimtiergesetz, in dem ein eindeutiges Verbot der Haltung von Exoten in Privatbesitz enthalten sein muss. Zudem muss die Haltung von Wildtieren in Zirkussen untersagt werden, da exotische Wildtiere unter den dortigen Bedingungen ebenfalls nicht tiergerecht leben können.
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