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Pressemeldungen September 2006

 
 

10.09.06

Was ist mit Huhn, Schwein, Katze und Co? Tierschutz im Landtagswahlkampf

Der Deutsche Tierschutzbund lässt auch im Wahlkampf nicht locker. In einer Podiumsdiskussion im Tierheim Schlage (bei Rostock) treffen heute der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, und der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, kontrovers aufeinander. Die Botschaft des Tages: Lob und Kritik liegen dicht beieinander.
 
Der praktische Tierschutz vor Ort gehört zu den Grundpfeilern einer sozialen Gesellschaft. Das gilt auch für Mecklenburg-Vorpommern. In den Tierschutzvereinen, die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen sind, sind tausende Bürgerinnen und Bürger im Land aktiv. Das ist für den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern Anlass genug, den Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus einzuladen, um sich den Fragen der Tierschützer zu stellen. Sein Diskussionspartner, Wolfgang Apel, wird neben der Forderung nach mehr Unterstützung für den karitativen Tierschutz auch die aktuellen Tierschutzherausforderungen ansprechen.
 
„Gerade Till Backhaus gehört zum Lager der Befürworter einer Käfighaltung von Hühnern. Auch wenn wir hoch anerkennen, dass sich die Landesregierung sehr für den karitativen Tierschutz einsetzt: Das Land droht zur Qualhochburg des Nordens zu werden. Das kann der Minister stoppen, wenn er will“, erklärt Wolfgang Apel im Vorfeld der Podiumsdiskussion, die um 16 Uhr stattfinden wird.
 
In Mecklenburg-Vorpommern werden 1,7 Millionen Hühner gehalten. Das ist im Vergleich der höchste Stand im Osten Deutschlands. Zwar hat das Land den „Leitfaden zur Entwicklung der Eierproduktion in Boden- und Freilandhaltung“ initiiert, der das Ziel hat, Landwirte für den Einsatz alternativer Haltungssysteme zu gewinnen. Zugleich hat sich das Land aber im Bundesrat intensiv und erfolgreich darum bemüht, dass ausgestaltete Käfige erlaubt werden.
 
Auch die Zahl der Schweine ist mit 688.000 in Mecklenburg-Vorpommern hoch. In beiden Bereichen verzeichnet das Land Steigerungsraten. Genau das bereitet dem Deutschen Tierschutzbund Sorge. Denn es ist nicht erkennbar, dass das Land die Fördermittel für artgerechte Tierhaltung erheblich ausweitet, um einen Weg der modernen Tier- und Verbraucherschutzpolitik zu gehen. Die neue Industrialisierungswelle in der Landwirtschaft läuft offenbar auch in Mecklenburg-Vorpommern auf Hochtouren. Auch beim Jagdrecht übt der Deutsche Tierschutzbund Kritik. Mit einer von der Landesregierung erlassenen Allgemeinverfügung wurde entgegen internationaler Vereinbarung für den Zeitraum der Seuchenbekämpfung der Einsatz von Bleischrot für die Tötung von Wildvögeln ermöglicht, obwohl hierzu verfügbare Alternativen bestehen. Ebenso hat die Bekämpfungsstrategie bei der Geflügelpest immer wieder massive Kritik bei den Tierschützern hervorgerufen.

 
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