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Pressemeldungen Juli 2006

 
 

25.07.06

Rekordhitze: Tiertransporte aussetzen!

Angesichts der extremen Hitzewelle fordert der Deutsche Tierschutzbund die Behörden auf sicherzustellen, dass bei internationalen Langzeittransporten von Tieren die vorgeschriebenen Anforderungen – insbesondere an die Belüftungssysteme und Temperaturvorgaben - strikt eingehalten werden. In Zweifelsfällen sind diese Transporte zu untersagen bzw. abzubrechen. Da auch kurze Transporte bei diesen hohen Temperaturen in einem tödlichen Desaster enden können, appelliert der Deutsche Tierschutzbund, Tiertransporte zu unterlassen oder zumindest auf die Nachtstunden zu verlegen, sofern die Fahrzeuge nicht über eine ausreichende Klimatisierung verfügen und die Versorgung der Tiere - vor allem mit frischem Wasser – nicht gewährleistet ist!
 
Gerade wurde ein erster dramatischer Fall eines Tiertransportes öffentlich, bei dem die Polizei eingreifen musste. Das Fahrzeug blieb in einem Stau stecken, die Schweine drohten zu verdursten. Nachdem die Polizei das Fahrzeug von der Autobahn lotste, wurden die Tiere notversorgt. „Wir müssen befürchten, dass dies kein Einzelfall bleibt. Die Fahrzeuge, die Ausstattung und die Versorgung bei Transporten sind oft schon bei normalen Temperaturen für die Tiere eine Qual. Jetzt gilt es unvermittelt zu handeln“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund erhärtet der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einer drastischen Nachbesserung der neuen europäischen Gesetzgebung zum Schutz der Tiere beim Transport, die Anfang 2007 in Kraft tritt. In für den Tierschutz entscheidenden Kernpunkten – Transportzeiten, Ladedichten und Anforderungen an das Klima - waren lediglich die unzureichenden Anforderungen der derzeit gültigen Gesetzgebung übernommen worden. Demnach gibt es lediglich spezielle Anforderungen an die Temperaturspanne bei Langzeittransporten (> 8 Stunden), wobei die maximale Temperatur im Inneren des Transportfahrzeuges bis zu 35°C betragen darf, was entschieden zu viel ist! Mit einer zukünftigen deutlichen Verbesserung der Situation für die Millionen Tiere auf Europas Straßen ist daher nicht zu rechnen.
 
Der Deutsche Tierschutzbund dokumentiert seit Jahren die Qual, die jährlich über 360 Millionen Tiere bei Transporten erleiden. Bestehende Richtlinien zum Schutz der Tiere greifen beim Transport eindeutig zu kurz. Es fehlen effiziente Kontrollen, um die Einhaltung dieser Richtlinien zu prüfen und zu garantieren. Bei grenzüberschreitenden Transporten ist dies besonders gravierend. Hier kann kaum noch nachvollzogen werden, wie lange die Tiere schon unterwegs sind; eingepfercht, verletzt, ohne Wasser und besonders in diesen Tagen bei drückender Hitze.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Hintergrundinformation zu Tiertransporte
Tiertransporte bei Hitze
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