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Jahrestreffen der Walfangkommission (IWC)

 
 
Einmal jährlich treffen sich die Mitgliedsländer der Internationalen Walfangkommission (International Whaling Commission - IWC), um über Schutz und Nutzung der Walbestände zu beraten.

Beim 61. Treffen vom 22. bis 26. Juni 2009 auf Madeira, Portugal, diskutieren die Mitgliedsländer unter anderem über eine mögliche Fangquote für Buckelwale.
 
Die diesjährige Tagung der IWC endete allerdings ergebnislos und bereits einen Tag früher als vorgesehen. Verschiedene Länder hatten während der Konferenz erneut Versuche unternommen, um das Verbot des kommerziellen Walfangs auszuhebeln. Dänemark stellte stellvertretend für seine autonome Region Grönland einen Antrag, damit die dortigen indigenen Gemeinschaften in Zukunft auch Buckelwale bejagen können. Begründet wurde dies mit einem angeblichen Mehrbedarf zur Selbstversorgung, obwohl in Grönland aufgrund der hohen Anzahl getöteter Wale und Delfine sogar ein Überschuss an Walprodukten besteht. Mehrere Kompromissvorschläge von Dänemark und Grönland wurden abgelehnt und man entschied, das Thema auf eine außerordentliche Konferenz im Herbst zu vertagen. Eine Entscheidung, die Dänemark entgegen kommt, aber für viele Walfanggegner einen Skandal darstellt, denn nun müssen viele Länder erneut Steuergelder und Arbeit investieren, um an der zweiten Konferenz teilnehmen zu können.



Ein Buckelwal springt kopfüber aus dem Meer. © jkant/pixelio

 
 

Aktuell

Da die Fronten innerhalb der IWC seit Jahren verhärtet sind und sich Walfangbefürworter wie -gegner uneinsichtig gegenüberstehen, sind mit Blick auf das nächste IWC-Jahrestreffen im Juni 2010 im marokkanischen Agadir zwei Kompromisse im Gespräch. Der eine Vorschlag, an dem auch Deutschland mitgearbeitet hat, erlaubt den drei Walfangnationen Island, Norwegen und Japan die Waldjagd zunächst fortzuführen. Bedingung: Sie müssten feste Fangquoten einhalten und die Kontrolle der IWC zulassen. Dies würde jedoch aus Sicht des Tierschutzes praktisch eine Legalisierung des Walfangs bedeuten.
 
Der andere Kompromissvorschlag von Australien will den Walfang in einem "angemessenen Zeitrum" ohne Debatten auf Null zurückfahren - das käme einer offiziellen Erlaubnis für zehn Jahre gleich. Über beide Konzepte sollen die 88 IWC-Mitglieder in Marokko entscheiden.

 
 

Geschichte der IWC

Die Kommission wurde mit der Unterzeichnung des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs (ICRW) am 2. Dezember 1946 in Washington gegründet. Inzwischen gehören der Kommission 84 Länder an.  
 
In den 1980er Jahren wandelte sie sich von einer Walfang- zu einer Walschutzorganisation. Die kommerzielle Jagd auf Meeressäuger ist seit 1986 verboten. Nur Norwegen und Island fühlen sich an dieses Moratorium nicht gebunden. Japan hat in in den vergangenen 20 Jahren wiederholt versucht den kommerziellen Walfang wieder einführen zu dürfen - bisher vergeblich. Entsprechende Anträge wurden von der Mehrheit der IWC-Mitglieder abgelehnt.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Hintergrundinformationen: Walfang
Protest gegen den Walfang
61. Tagung der Internationalen Walfang-Kommission (22.06.09)
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