Einmal jährlich treffen sich die Mitgliedsländer der Internationalen Walfangkommission (International Whaling Commission - IWC), um über Schutz und Nutzung der Walbestände zu beraten. Die Fronten innerhalb der IWC sind allerdings seit Jahren verhärtet und Walfangbefürworter wie -gegner stehen sich uneinsichtig gegenüber.
Beim diesjährigen 62. Jahrestreffen vom 21.-25. Juni im marokkanischen Agadir hatte die IWC daher einen Verhandlungsvorschlag zur Zukunft der IWC vorgelegt: Dieser hätte den drei Walfangnationen Island, Norwegen und Japan die Waljagd zunächst für zehn Jahre unter Auflagen erlauben. Zwar hätte das auch feste Fanggquoten beinhaltet, aber es gab eine Vielzahl von Schwachstellen, die letztlich zu einer Ausweitung des weltweiten Walfangs geführt hätten.
Doch der Entwurf wurde bereits am 23. Juni verworfen - alle Regierungen haben an ihren Positionen festgehalten. Damit bleibt der Walfang verboten. Zwar ist die Ablehnung des Vorschlags noch keine endgültige Entscheidung, trotzdem ist die Ablehnung aus Tierschutzsicht ein Etappensieg. An den restlichen Tagen sollen auf der Konferenz nun noch einzelne Themen wie Walschutzgebiete, Walfang indigener Völker und finanzielle Fragen verhandelt werden.
Der verworfene Vorschlag war der bisherige Höhepunkt einer besorgniserregenden Entwicklung, denn eine Annahme wäre praktisch einer Aufhebung des seit 1986 bestehenden Walfangmoratoriums gleich gekommen. Der Deutsche Tierschutzbund hatte sich daher an das zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit der Forderung gewandt, damit dieses sich rigoros für eine Beibehaltung des Walfangverbots einzusetzen. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Tier- und Umweltschutzverbänden hatte der Deutsche Tierschutzbund zudem an die Bundeskanzlerin mit einem Schreiben appelliert, dass Deutschland eine Alternative erarbeitet, die ein Ende des kommerziellen Walfangs zum Ziel hat. (s. Downloads unten)
Geschichte der IWC
Die Kommission wurde mit der Unterzeichnung des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs (ICRW) am 2. Dezember 1946 in Washington gegründet. Inzwischen gehören der Kommission 88 Länder an.
In den 1980er Jahren wandelte sie sich von einer Walfang- zu einer Walschutzorganisation. Die kommerzielle Jagd auf Meeressäuger ist seit 1986 verboten. Nur Norwegen und Island fühlen sich an dieses Moratorium nicht gebunden. Japan hat in in den vergangenen 20 Jahren wiederholt versucht den kommerziellen Walfang wieder einführen zu dürfen - bisher vergeblich. Entsprechende Anträge wurden von der Mehrheit der IWC-Mitglieder abgelehnt.