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Pressemeldung März 2009 |
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09.03.09Deutscher Tierschutzbund fordert ausnahmsloses Verbot von Tierversuchen in der KosmetikbrancheKommenden Mittwoch tritt das EU-weite Tierversuchsverbot für die in der Kosmetikindustrie verwendeten Substanzen in Kraft. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert die bevorstehende Verschärfung der Regelung als nicht weitgehend genug. Nach über 30 Jahren Kampf gegen Tierversuche in der Kosmetikindustrie sei das Inkrafttreten der neuen Bestimmungen zwar auch für die Tierschützer ein Meilenstein in der Verbandsgeschichte. „Leider bleiben aber noch einige Hintertürchen für die Produzenten von Qualsubstanzen sperrangelweit geöffnet“, bedauert Verbandspräsident Wolfgang Apel.
Kosmetische Inhaltsstoffe, wie Tenside, Lichtschutzfaktoren oder Konservierungsmittel, dürfen innerhalb der Europäischen Union jetzt nicht mehr an Tieren geprüft werden. Für Inhaltsstoffe, deren Giftigkeit im EU-Ausland mit Tierversuchen bestimmt wurde, gilt dies aber nicht. „Wir fordern ein vollständiges Vermarktungsverbot. Dies ist aber frühestens in vier Jahren vorgesehen – und auch nur dann, wenn bis dahin tierversuchsfreie Prüfungsverfahren anerkannt wurden“, kritisiert Apel. Damit seien die neuen Bestimmungen keine Garantie dafür, dass ab 2009 keine tierversuchsfreien Kosmetikprodukte mehr auf den Markt kommen. „Das im Jahr 2003 von der EU vereinbarte stufenweise Verbot war ein mutiger Schritt der Politik und ein herausragender Erfolg für alle europäischen Tierschützer. Dieser Weg muss nun konsequent fortgesetzt werden“, fordert Apel.
Ein weiteres Manko der neuen Bestimmungen sei, dass in der EU neue Chemikalien, die beispielsweise für Reinigungsmittel oder Autolacke vorgesehen sind, weiterhin an Tieren getestet würden. Diese könnten auch zukünftig in Kosmetikprodukten verwendet werden. „Dies ist möglich, weil diese Tierversuche nicht gezielt für kosmetische Zwecke erfolgten. Mit diesem Schlupfloch wird massiv gegen den Geist der EU-Richtlinie verstoßen“, so der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Der Verband bekräftigt seine Forderung nach der Anerkennung von tierversuchsfreien Testverfahren für alle Bereiche der Giftigkeitsprüfung. Die Forschung auf diesem Gebiet konnte – auch Dank der Proteste der Tierschützer – schon einige Erfolge erzielen. „Wir brauchen ein stärkeres Engagement der Industrie und finanzielle Unterstützung durch die EU, um weitere tierversuchsfreie Prüfstrategien zu entwickeln“, so Apel. Bis dahin werde der Deutsche Tierschutzbund weiterhin seine Kosmetik-Positivliste führen.
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