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Pressemeldung Februar 2008

 
 

26.02.08

Deutscher Tierschutzbund: Klonen verstößt gegen EU-Recht - Bundesre-gierung muss einschreiten

In einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer appelliert der Deutsche Tierschutzbund, jetzt schnell in die aktuelle Klondebatte in der EU einzugreifen. Einer möglichen Zulassung des Klonens für Lebensmittel müsse der Minister unmissverständlich entgegentreten, so wie er es auf der Grünen Woche deutlich gemacht habe. Nach Erkenntnissen des Deutschen Tierschutzbundes treibt die EU-Kommission die Beratungen voran, obwohl das Klonen zur Lebensmittelerzeugung gegen EU-Recht verstößt. "Offenbar fehlt bei einigen Verantwortlichen in der EU jedes Bewusstsein dafür, dass Klonfleisch oder Klonmilch nicht aus der Erde sprießen, sondern von empfindsamen Tieren stammen, die dafür grausam gequält werden", so Brigitte Rusche, Wissenschaftliche Leiterin der Akademie für Tierschutz und Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes.
 
Der Deutsche Tierschutzbund verweist unter anderem darauf, dass eine EU-Richtlinie Zuchtmethoden verbietet, die den Tieren Leiden oder Schäden zufügen (Artikel 4 in Verb. mit Anhang Nr. 20 der Richtlinie 98/58/EG über den Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere). "Das Klonen ist mit extrem hohen Sterbe- und Krankheitsraten bei den Tieren verbunden. Im Durchschnitt sind nur 0,5 - 5 Prozent dieser Tiere lebensfähig. Auch Tiere, die bis zur Geburt überleben, sind oft krank und sterben früh. Wir haben nicht den geringsten Zweifel, dass das Klonen von Tieren nach EU-Recht unzulässig ist und die aktuelle Diskussion um eine Zulassung der Technik an den Realitäten vorbei geht", so Rusche.
 
Symptomatisch dafür sei das jüngste Akteurstreffen (Stakeholder Meeting) der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, bei dem sich die anwesenden Vertreter der EU-Kommission einer Tierschutzdiskussion verweigert hätten. Bei dem Treffen, das am 7. Februar in Brüssel stattfand, war der Deutsche Tierschutzbund durch seine europäische Dachorganisation, die Eurogroup for Animals, vertreten.
 
Auch was die Bewertung der Verbrauchersicherheit angeht, warnt Rusche vor voreiligen Schlüssen. „Die Klontechnik wird nicht beherrscht, das zeigen die hohen Todes- und Krankheitsraten. Wer glaubt, kranke Tiere und belastete Produkte zuverlässig auslesen zu können, obwohl  über die Klontechnik und ihre Folgen noch viel zu wenig bekannt ist, spielt auch mit der Gesundheit der Verbraucher", so Rusche. Die Risiken würden von vielen Experten als gering eingeschätzt, aber sie seien real und es gebe keinen vernünftigen Grund sie einzugehen, so die Tierschützer.

 
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