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Pressemeldungen November 2006

 
 

20.12.06

Tierschutz-Erfolg auf EU-Ebene: Deutscher Tierschutzbund begrüßt das geplante europaweite Verbot von Hunde- und Katzenfellen

Heute verabschiedete die EU-Kommission eine Gesetzesinitiative mit dem Ziel die Produktion, den Handel und den Verkauf von Hunde- und Katzenfellen in Europa verbieten zu lassen. Beschlossen werden muss das Verbot nun noch vom EU-Parlament und vom Rat. Seit Ende der 90er Jahre hat der Deutsche Tierschutzbund ein solches Verbot gefordert, da nur so die importierte Tierqual beendet werden könne. Bereits 1998 belegten Recherchen, die der Deutsche Tierschutzbund mitinitiiert hatte, dass auch deutsche Firmen am internationalen Handel mit Hunde- und Katzenfellen beteiligt sind.
 
„Es freut mich außerordentlich, dass unser jahrelang währender Kampf für mehr Tierschutz von Erfolg gekrönt wird. Nun müssen das europäische Parlament und der Rat noch zustimmen, um diesem grausigen Handel endlich ein Ende zu machen“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wer mit echten Pelzen arbeitet, hat Blut an den Händen, egal woher das Tier stammt. Ein EU-Verbot ist längst überfällig. Aber auch eine konsequente Kennzeichnungspflicht für alle Pelz-Produkte. Nur damit kann die Modebranche dazu gezwungen werden, endlich ihre blutigen Taten gegenüber dem Verbraucher offenzulegen. Die einzige Konsequenz für den Verbraucher muss sein: Finger weg von jeder Art von Pelz“, erklärt Wolfgang Apel.
 
Bisher galten nur nationale Importverbote in Italien, Dänemark, Frankreich, Belgien und Griechenland. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Bundesregierung mehrfach aufgefordert, ein nationales Importverbot für Hunde- und Katzenfelle in Deutschland zu implementieren. Diese schob die Verantwortung jedoch auf die EU ab. Noch im September 2006 wurde ein Antrag der Opposition für ein nationales Importverbot im Bundestag abgelehnt. „Die Bundesregierung kann sich nun nicht mehr hinter der EU verstecken. Ein Verbot der importierten Tierqual muss endlich gültiges Recht werden. Nicht zuletzt des unermüdlichen Einsatzes des EU-Kommissars Marcos Kyprianou ist es zu verdanken, dass nun auch in Deutschland mehr Tierschutz Einzug hält“, so Apel.
 
In Asien werden jährlich zwei Millionen Hunde und Katzen nur wegen ihrer Felle und Häute getötet werden. Ein Großteil davon wurde bisher in die EU exportiert. Jedes Jahr wurden schätzungsweise bis zu 500.000 Katzen- und 100.000 Hundefelle aus asiatischen Ländern allein nach Deutschland importiert. Hier werden sie zu Rheumadecken, modischen Verzierungen, Applikationen oder Schlüsselanhängern verarbeitet. Hundefelle werden zu Handschuhen, Taschen-Innenfutter, Möbelbezug oder Kleidung weiterverarbeitet. Gefärbt, präpariert und ohne Kennzeichnung ist die Herkunft der Felle nicht erkennbar, so der Deutsche Tierschutzbund in Bonn. 

 
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