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Pressemeldungen Oktober 2005

 
 

04.10.05

Hunde- und Katzenfelle für deutsche Modeindustrie?

Schon seit Jahren berichtet der Deutsche Tierschutzbund über den Import von Hunde- und Katzenfellen nach Europa. Das ZDF wird heute um 22.15 Uhr neue Belege für die Qualen veröffentlichen, unter denen die Tiere in China und anderen asiatischen Ländern für die Modeindustrie getötet werden. Deutschland gilt als eines der größten Importländer. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher ein generelles Importverbot für Produkte aus Katzen- und Hundefell für alle europäischen Länder.
 
Allein für den deutschen Modemarkt müssen Jahr für Jahr schätzungsweise bis zu 400.000 Katzen und ebenso viele Hunde auf grausamste Art und Weise sterben. Die Tiere werden stranguliert, damit das Fell nicht beschädigt wird. Zum Teil noch lebend werden sie anschließend enthäutet und zu Pelzaccessoires oder -kleidung verarbeitet. Aus den Fellen und Häuten werden Artikel für den europäischen und asiatischen Markt hergestellt. Das Angebot geht von modischen Pelzaccessoires, über Handschuhe bis hin zu Rheumadecken. Da es in Deutschland bisher keine Kennzeichnungspflicht gibt, kann die Modeindustrie die wahre Herkunft der Pelzprodukte verschleiern. Hunde- und Katzenfelle werden oft unter der Bezeichnung „Echt Pelz“ angeboten, oder sogar mit Tarnnamen wie „Gaewolf“ oder „Lippi“ belegt.
 
„Wer mit echten Pelzen arbeitet, hat Blut an den Händen. Wir brauchen dringend ein Importverbot und wir brauchen dringend eine Kennzeichnungspflicht, damit die Modedesigner zum Bekenntnis gezwungen werden, welches Tier leiden musste. Die einzige Konsequenz kann aber nur sein: Finger weg von jeder Art von Pelz“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
 
In der „37 Grad“-Reportage wird nach Ankündigung auch das Verschwinden von Haustieren in Deutschland thematisiert. Der Deutsche Tierschutzbund führt ein eigens eingerichtetes Tierdiebstahlregister, in dem Daten und Fakten über verschwundene und möglicherweise gestohlene Tiere in verschiedenen Regionen Deutschlands zentral gesammelt werden. Sollten sich durch die Recherchen von Manfred Karremann neue beweiskräftige Anhaltspunkte ergeben, wird der Deutsche Tierschutzbund daraus die Konsequenzen ziehen und die Täter mit Strafanzeigen belegen. Fest steht für Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation, dass allein durch Jäger über hunderttausend Katzen und auch Hunde erschossen werden und so verschwinden. „Der von Jägern tatkräftig praktizierte Abschuss von Katzen und Hunden mag rein formal betrachtet sogar legal sein, aber legitim ist er nicht. Schon lange fordern wir eine Reform des Jagdgesetzes, um dieses Unwesen zu verbieten“, stellt Apel klar.

Unterschriftenliste: "Importverbot für Katzen- und Hundefelle" (PDF)

 
  Mehr zu diesem Thema:
Importverbot für Hunde- und Katzenfelle rückt näher
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