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Die Hölle auf Erden

Die Reise eines Rindes aus Norddeutschland nach Beirut

 
 


© M.Karremann/DTSchB

Im Juni 2005 hat der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, Manfred Karremann und ein Team des ZDF als Zeuge bei Recherchen zur Tiertransporten in den Libanon begleitet. Bereits in den Jahren 1991,1996 und 2000 hatte Manfred Karremann mit der Kamera unzumutbare Zustände bei der Verladung von Rindern mit dem Ziel Naher Osten dokumentiert.
 
Wolfang Apel erlebte dabei die Odyssee der Rinder aus Norddeutschland, die zur Schlachtung außer Landes transportiert wurden, bis in den Libanon. Bereits der Transport der Tiere auf deutschem Boden war aus Sicht des Tierschutzes eine Zumutung: Fast zwei Tage waren die Tiere unterwegs, bis sie den Verschiffungshafen Sète (Südfrankreich) in der Nähe von Marseille erreichten. Dabei waren sie die ganze Zeit über auf engstem Raum zusammengepfercht. Das ZDF strahlte Manfred Karremanns Filmdokumentation "Endstation Beirut" am 11. Oktober 2005 in der Sendung 37° aus.
 
 

Zwischenstation am Hafen



© M.Karremann/DTSchB

Die Verladung der etwa 1.200 Rinder von LKWs auf das Schiff war brutal: Mit Elektrostäben trieb man sie auf einen maroden Frachter. Die dortige Wasser- und Futterzufuhr für die insgesamt etwa 3.200 Tiere, die auf gleiche Weise herangekarrt wurden, war technisch heruntergekommenen.  In den Augen der Tiere konnte man die Angst sehen. Und dabei war dieses erst der Anfang einer mindestens sechstägigen Schifffahrt.
 


© M.Karremann/DTSchB

Wie viele Tiere während der Überfahrt von Sète nach Beirut verdurstet sind oder aufgrund ihrer erheblichen Verletzungen verendeten, wurde nicht bekannt. Endlich in der Hauptstadt des Libanons angekommen, musste das Team die entsetzliche Entladung der Tiere miterleben - auf Fahrzeuge, auf denen hierzulande nicht einmal Baustoffe befördert würden.

Als der Schiffskran in Bewegung gesetzt wurde, erlebte Wolfgang Apel, was er bereits befürchtet hatte: Unzählige schwer verletzte, völlig entkräftete Rinder, die nicht betäubt worden waren, wurden aus dem Rumpf des Schiffes gehievt und buchstäblich aus mehreren Metern Höhe auf einen wartenden Transporter hinuntergeworfen. Dies  geschah offenbar  nach  dem Motto „bis zur Schächtung, dem betäubungslosen Schlachten, auf dem Schlachthof werden sie schon noch überleben." Was auch zutraf.
 
 

Subventionierte Tierquälerei

Was diesen Skandal noch schlimmer macht, ist die Tatsache, dass er durch großzügige Subventionszahlungen der EU gefördert wurde. Steuergelder machten aus diesen Transporten ein bislang lukratives Geschäft. Doch drei Monate nach der Ausstrahlung der Dokumentation über die verheerenden Missstände des Exports von europäischen Rindern wurden die Subventionszahlungen endlich eingestellt. Ein großer Erfolg für den Tierschutz!

 
  Mehr zu diesem Thema:
Tiertransporte
Subventionen gestoppt 
 
Kampagnenseiten
Stoppt qualvolle Tiertransporte
Protestschreiben gegen Tiertransporte
 
Downloads
Unterschriftenaktion "Stoppt qualvolle Tiertransporte"
Plakat "Mein Weg in den Tod ist die Hölle" (PDF-Datei)
Flyer "Stoppt qualvolle Tiertransporte" (PDF-Datei)
 
 

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