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Pressemeldungen April 2005

 
 

20.04.05

Durchbruch für den Tierschutz in Odessa: Todeshaus (Budka) für Hunde geschlossen – Tierheim kurz vor der Eröffnung

Seit 2000 engagiert sich der Deutsche Tierschutzbund in Odessa (Ukraine). Wöchentlich wurden dort Hunde qualvoll gefangen und in einer staatlichen Verwahranstalt, dem Todeshaus (Budka), eingepfercht und erstickt. Nach nur fünf Jahren gelang der unumkehrbare Durchbruch für den Tierschutz: Seit gestern ist die Budka endgültig geschlossen. Der Deutsche Tierschutzbund hat die letzten Hunde, die noch in der Budka auf den Tod warteten, befreit. Das neue Tierheim in Odessa ist fertig gestellt. Das Tierschutz-Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit dem Konzept „Fangen, Kastrieren, Freilassen“ kann mit der Budka-Schließung endgültig umgesetzt werden.
 
Über 200 Hunde vegetierten zusammengepfercht in vier heruntergekommenen Zwingern in der Budka vor sich hin. Schreckliche Bilder zeigten sich Wolfgang Apel, dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, als er im Frühling 2000 das erste Mal in Odessa war. Dort warteten die Tiere eine Woche lang auf ihren qualvollen Tod durch Vergasung. Sie waren in den Straßen auf grausame Weise gefangen worden - eine gängige Praxis. Ein Schicksal, dass jährlich 10.000 Hunde erleiden mussten. Das Personal erhielt „Kopfgeld“ für jeden eingefangenen Todeskandidaten.
 
70.000 bis 80.000 herrenlose Straßenhunde, die sich ständig vermehrten, lebten damals nach Angaben der dortigen Behörden in der Stadt Odessa und Umgebung. Nach einem Verhandlungsmarathon gelang dem Deutschen Tierschutzbund im Jahr 2001 bereits ein Etappensieg: Die qualvolle Vergasung wurde beendet.
 
„Seit gestern Abend sind nun unumkehrbare Fakten geschaffen worden. Die Türen der Budka sind endgültig geschlossen. Der Tierschutzgedanke hat sich durchgesetzt“, erklärte Wolfgang Apel, nach den Verhandlungen mit dem neuen Oberbürgermeister der Stadt, Herr Gurwic. Kurz darauf wurden die letzten Tiere, die noch in der Budka eingepfercht waren und auf den Tod warteten, im Beisein von Vertretern der Stadtverwaltung durch Apel und weitere Tierschützer in Odessa befreit.
 
Zeitgleich mit dem Kampf gegen die Massentötungen von Hunden in der Budka begann der Deutsche Tierschutzbund damit, ein Tierheim und Kastrationszentrum aufzubauen. Dies steht nun kurz vor der offiziellen Eröffnung. Neben der Unterbringung und Vermittlung der Hunde und Katzen steht die Kastration der Straßenhunde im Mittelpunkt der Aktivitäten des Deutschen Tierschutzbundes in Odessa. Denn nur so lassen sich die Überpopulationen wirkungsvoll in den Griff bekommen. Massentötungen von Hunden lösen das Problem nicht. Die Tierschützer vor Ort, denen der Deutsche Tierschutzbund mit diesem Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ gibt, sind schon lange überzeugt.
 
Seit gestern Abend ist das Konzept „Fangen, Kastrieren, Freilassen“ in Odessa nun auch endgültig umgesetzt. Der Deutsche Tierschutzbund hofft, dass andere Städte dem Beispiel folgen. Das Tier- und Kastrationszentrum in Odessa ist ein Musterprojekt für ganz Südosteuropa, in dem auch die wissenschaftlichen Grundlagen dokumentiert werden, wie einer Überpopulation von Straßenhunden nachhaltig und tierschutzgerecht begegnet werden kann. Die offizielle Eröffnung, unter anderem im Beisein eines Regierungsvertreters, ist für Mitte Mai geplant.

 
  Mehr zu diesem Thema:
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